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Der BDS - Partner der Selbständigen

Kirch reloaded - Capricorn-Chef Wild in den Mühlen von Politik und Medien


Unbedachte Äußerungen des damaligen Managers der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer, hatten die Kirch-Gruppe im Jahr 2002 in die Insolvenz getrieben. So weit ist es zum Glück für den Investor am Nürburgring Capricorn noch nicht gekommen. Die öffentliche Demontage des Capricorn-Chefs Robertino Wild erinnert jedoch deutlich an die Vorkommnisse rund um die Kirch-Gruppe. 

Der Nürburgring ist eines der politischen Dauerthemen in Rheinland-Pfalz. Insgesamt verschwendeten die verschiedenen Landesregierungen rund 500 Millionen Euro bis der Ring letztendlich doch Pleite ging. Die Rufe aus der Gesellschaft, aber vor allem auch aus der Politik, nach einem privaten Investor wurden laut. Dieser Investor war schließlich die Capricorn Automotive GmbH aus Düsseldorf. Seit dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung durch Capricorn findet eine öffentliche Jagd durch die Politik und Teile der Medien auf das Unternehmen statt. Der Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland e.V. möchte diese neuen Entwicklungen nicht unkommentiert lassen. Der Umgang mit Capricorn-Chef Robertino Wild zeigt, wie Machtinteressen und Sensationsgier einen erfolgreichen Unternehmer in öffentlichen Misskredit bringen können. Gerade im Hinblick auf den Ausbau von öffentlich-privaten Partnerschaften dient der Fall Capricorn als Abschreckung für Unternehmerinnen und Unternehmer.

„Selbstverständlich ist es die Aufgabe der Politik und vor allem der Opposition die Situation am Nürburgring kritisch zu begleiten und korrekt abzuwickeln. Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, dass es nur selten um die Sache geht. Die Opposition scheint sich förmlich ein Scheitern des Kaufes zu wünschen um die Landesregierung wieder einmal als unfähig darstellen zu können. Gleichzeitig spielt die SPD auf Zeit und versucht das Desaster am Nürburgring alleine auf Kurt Beck abzuschieben. Capricorn wird für politische Auseinandersetzungen missbraucht, das sollten alle Parteien sein lassen“, sagt Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland e.V., mit Blick auf die aktuelle Situation. Die Grundlage erfolgreichen Unternehmertums sei Vertrauen, so die Selbständigen-Präsidentin weiter. Das Vertrauen der Zulieferer und Geschäftspartner in Capricon hatte nach Angaben von Capricon-Chef Wild deutlich gelitten. „Es ist schon absurd, dass ein erfolgreiches Unternehmen wie Capricon plötzlich in Schwierigkeiten kommt nur weil gezielt Gerüchte und Halbwahrheiten verbreitet werden“, sagt Gatterer. „Es werden sich in Zukunft kaum noch Unternehmen finden, die im öffentlichen Bereich investieren wollen. Schließlich möchte keiner zum Spielball der Politik werden. Kein Unternehmer hat ein Interesse daran medial durchleuchtet zu werden und am Ende den Erfolg seines Betriebes auf das Spiel zu setzen“, erklärt die Selbständigen-Präsidentin die Folgen des Falles Capricon. Mit Blick auf den weiteren Verlauf sagt Gatterer: „Im Endeffekt ist es jetzt schon egal wie es ausgeht. Zahlt Capricon wie vereinbart, wird es keine großen Berichte darüber geben. Sollte eine Zahlung ausfallen, dann haben es mal wieder alle schon gewusst. Was auf jeden Fall feststeht ist, dass man so nicht mit Menschen umgehen kann wie es hier geschehen ist und immer noch geschieht. Ich hatte gehofft, dass wir alle aus dem Fall Leo Kirch gelernt haben. Auch damals wurde ein erfolgreiches Unternehmen durch unbedachte Äußerungen und Gerüchte in die Pleite getrieben. Das sollte uns eine Lehre sein“.