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Der BDS - Partner der Selbständigen

Einfacherer Zugang zu Praktika für Flüchtlinge


Asylbewerber und Geduldete können in Zukunft leichter ein Praktikum absolvieren. Die bisher notwendige Zustimmung der Arbeitsagentur entfällt. Damit wird die Vereinbarung eines Praktikums sowohl für die Asylbewerber als auch für die Unternehmen deutlich vereinfacht. „Diese neue Regelung hilft sowohl den vielen motivierten Asylbewerbern wie auch den kleinen und mittleren Unternehmen. Wir begrüßen den erleichterten Zugang zu Praktika ausdrücklich“, sagt Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland.  

Man habe in den vergangenen Monaten beobachtet, dass bei einigen Firmen zwar grundsätzliches Interesse bestand einen Praktikanten einzustellen, die vielen verschiedenen Regeln und Hürden jedoch häufig abschreckend wirkten. Bisher benötigten die Unternehmen eine Zustimmung der Arbeitsagentur. Diese wurde erst ausgestellt, wenn die Arbeitsagentur geprüft hatte, ob nicht ein deutscher Praktikant oder EU-Bürger für die Stelle in Frage kommt. 

„Man kann von einem kleinen Handwerksbetrieb oder einem Gastronomen nicht erwarten, dass er sich wochenlang mit der Arbeitsagentur abstimmt um einen Praktikanten einstellen zu können. Wir Unternehmer haben mit so viel Bürokratie zu kämpfen, davon brauchen wir wirklich nicht noch mehr“, beschreibt Gatterer die Situation der Betriebe. Die neue Regelung gilt für Pflichtpraktika, Orientierungspraktika, ausbildungs-oder studienbegleitende Praktika bis zu drei Monaten oder die Teilnahme an einer Einstiegsqualifizierung oder Berufsausbildungsvorbereitung. Der nächste Schritt, so die BDS Präsidentin, sei nun einen verlässlichen Rechtsrahmen für die Ausbildung junger Flüchtlinge zu schaffen. Es brauche eine Garantie, dass die Asylbewerber während ihrer Ausbildung und auch in den Jahren danach, nicht abgeschoben werden. „Die Betriebe investieren Engagement, Zeit und Geld in die Ausbildung von jungen Menschen. Wenn aber unsicher ist, ob der Lehrling morgen noch da ist, weil er jederzeit abgeschoben werden kann, werden viele Betriebe dieses Risiko scheuen“, sagt Gatterer.