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Kleine Metzgereien sind die armen Schweine


Während sich große Schlachtfirmen von der Erneuerbaren Energien Umlage befreien lassen, schauen die Metzgereien vor Ort in die Röhre, sie bezahlen die Umlage der Konkurrenz mit. Dies geht aus einer Liste des Bundesamtes für Wirtschaft hervor. Alleine in der Fleischbranche profitieren bundesweit rund 90 Betriebe vom Ökostrom-Rabatt. 

Insgesamt sind laut Wirtschaftsministerium 2098 Betriebe von der Ökostromumlage befreit. Das sind zwanzig Prozent mehr als im Vorjahr. In erster Linie sollte der Rabatt dazu dienen Arbeitsplätze in energieintensiven Unternehmen zu sichern, vorrangig in der Metallindustrie. Die jetzt veröffentlichte Liste zeigt allerdings, dass Großkonzerne aus fast allen Branchen diese Rabatte nutzen, darunter auch Stadtwerke oder Betreiber von Straßenbahnen.

„Das hat nichts mehr mit fairem Wettbewerb zu tun, wenn der Metzger vor Ort immer höhere Strompreise zahlen muss, während die Großschlachtereien von der Ökostromumlage befreit sind“, sagt Liliana Gatterer, Präsidentin des Bundes der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland. „Wenn man sich dann anschaut, dass bei der Berechnung der Belastung durch die Strompreise auch die Höhe der Lohnkosten eine Rolle spielt, dann müsste man jedem Metzgermeister sagen: Gib deinen Betrieb auf und mache eine Großschlachterei mit billigen Arbeitskräften statt qualifiziertem Personal auf. Dass dann die Nahversorgung, gerade im ländlichen Gebiet, leiden würde, scheint keinen Politiker zu stören“, so Gatterer weiter.

Der Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland fordert von Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Reform des erneuerbaren Energiegesetzes um den kleinen und mittleren Unternehmen nicht noch höhere Belastungen aufzubürden.

Weitere Informationen:
Die angesprochene Liste kann hier eingesehen werden:
http://www.bafa.de/bafa/de/presse/pressemitteilungen/2014/04_eeg.html