BDS kritisiert Einstellung der KfW-Beraterbörse

2019-11-15T07:28:48+01:0015. November 2019|Allgemeines|

Ob Existenzgründer oder erfahrener Selbständiger, viele Unternehmen nutzen die Möglichkeit für verschiedene Themen auf die Erfahrung von Beratern zurückzugreifen. Viele Beratungsangebote sind gefördert, der Staat möchte damit einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland leisten. Umso erstaunlicher ist deshalb die Nachricht, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Jahresende ihre KfW-Beraterbörse einstellen wird. In einem offenen Brief haben sich der Bund der Selbständigen Deutschland e.V. und 23 weitere Verbände an Wirtschaftsminister Peter  Altmaier (CDU) gewandt und eine Überprüfung der Einstellung der KfW-Beraterbörse gefordert.

Warum braucht es die KfW-Beraterbörse?

Nach Ansicht des Bund der Selbständigen Deutschland e.V. erfüllt die KfW-Beraterbörse mehrere Funktionen, die für Selbständige vorteilhaft sind. So bietet die Plattform eine neutrale Übersicht über Beraterinnen und Berater sowohl mit Blick auf die Unternehmensphase, die Branche als auch die vielfältigen Themengebiete. Außerdem lässt sich die Suche regional eingrenzen, die gewünschte Beratungserfahrung angeben und Kundenbewertungen ansehen.
Es ist sowohl Wirtschaftsförderungen als auch Banken im Rahmen Ihres Neutralitätsgebotes verboten einzelne Berater zu empfehlen. Sollte es in Zukunft für die Selbständigen heißen selbst nach Beratern suchen zu müssen, erhalten im Zweifel nicht die kompetentesten Berater den Zuschlag sondern die Berater mit der besten Suchmaschinenoptimierung bei Google.
Weiterhin ist zu beachten, dass in den vergangenen Jahren eine erhebliche Summe an Geld in den Aufbau und den Betrieb der KfW-Beraterbörse geflossen ist. Stellt man diese Plattform nun ein, hätte man sich diese Investitionen in den vergangenen Jahren auch sparen können.

Weiter denken: eine umfassende Fördermittelbörse aufbauen

Bereits seit Jahren fordert der Bund der Selbständigen Deutschland e.V. eine übersichtliche Plattform zur Information und Beantragung von kommunalen, länderspezifischen und bundesweiten Fördermitteln. Diese Plattform wäre perfekt mit einer Beraterbörse kombinierbar. Somit hätten Selbständige im Sinne eines „One Stop Shop“ alle Dienstleistungen zum Thema Fördermittel auf einen Blick und müssten sich diese Informationen und die ausführenden Berater nicht mühsam auf verschiedenen Wegen selbst suchen.

„Für uns ist ganz klar, dass die KfW und der zuständige Wirtschaftsminister Altmaier hier einen Fehler begangen haben, der korrigiert werden muss. Viele Berater sind auf dem Markt, die meisten machen sehr gute Arbeit, manche überzeugen aber auch mehr durch Selbstmarketing als durch Beraterqualität. Für Selbständige ist das kaum zu überprüfen und fällt meistens erst im Beratungsprozess auf. Das muss verhindert werden. Wenn es Minister Altmaier wirklich um die Existenzgründer in Deutschland geht, dann muss er nun reagieren“, sagt die Präsidentin des BDS Deutschland e.V., Liliana Gatterer.

Den vollständigen offenen Brief finden Sie hier.