Kassenbonpflicht: Bürokratiemonster im Gewand der Steuergerechtigkeit

2019-11-29T13:49:29+01:0029. November 2019|Allgemeines|

Ab Januar 2020 gilt für alle Unternehmen in Deutschland die Kassenbonpflicht. Für jeden Verkauf, und sei es nur ein Brötchen beim Bäcker und eine Zeitung am Kiosk, muss nun ein Bon ausgedruckt werden. Eine absurde Regelung, kritisiert der Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland e.V. und fordert die Bundesregierung auf die Regelung noch vor Inkrafttreten auszusetzen.

„In den Sonntagsreden geht es um den Abbau von Bürokratie und den Umweltschutz. Die Gesetze bewirken allerdings oftmals genau das Gegenteil, wie man an der Kassenbonpflicht sehen kann. Für die Unternehmen bedeutet dieses Gesetz mehr bürokratischen Aufwand, Kosten für das Umrüsten von Kassensystemen und Massen an Sondermüll, denn die Kassenbons sind aus chemisch behandeltem Papier. Die Regelung ist vollkommen sinnlos und darf so nicht in Kraft treten“, sagt BDS Präsidentin Liliana Gatterer.

Das Argument der Steuergerechtigkeit mache in diesem Punkt keinen Sinn, so Gatterer weiter.
„Bei modernen Kassen werden alle Vorgänge elektronisch gespeichert und können über eine Schnittstelle durch das Finanzamt abgerufen werden. Anstatt sich darum zu kümmern, wie man die Steuerzahlungen von ehrlichen und hart arbeitenden Handwerkern und Selbständigen bis ins letzte Detail verfolgt, sollte sich die Bundesregierung um die wirkliche Steuergerechtigkeit bemühen.
Der Bundesrepublik gehen jedes Jahr Milliarden durch die Steuervermeidung von multinationalen Konzernen oder Steuerhinterziehung wie bei den Cum-Ex-Geschäften verloren. Doch anstatt sich an die Großen zu wagen, wird mal wieder bei den Kleinen an den Daumenschrauben gedreht“, so Gatterer.