BdS fordert Erhaltung des Industriehofs Speyer als Heimat des Gewerbes

2019-12-13T08:41:22+01:0010. Dezember 2019|BdS Römerberg-Speyer e.V.|

Der Industriehof Speyer ist seit einigen Jahren Heimat für verschiedene Gewerbebetriebe in Speyer. Nun ist eine Diskussion um die weitere Nutzung des Industriehofes entbrannt. Der Bund der Selbständigen Römerberg-Speyer e.V. (BdS) fordert eine Bestandsgarantie für die ansässigen Unternehmen. Außerdem müsse es auch für neue Unternehmen möglich sein sich dort anzusiedeln, so die erste Vorsitzende des BdS, Liliana Gatterer.
Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Speyerer Stadtrat beschlossen das rund 7,7 Hektar große Gebiet mit einer Veränderungssperre zu belegen. Diese Veränderungssperre besagt, dass die bestehenden Bauten weder abgerissen noch verändert werden dürfen. Dieser Beschluss wird nun in Frage gestellt, die Verwaltung hat dem Bauausschuss eine entsprechende Vorlage präsentiert. Diese Vorlage schlägt die Ausweisung als „urbanes Gebiet“ vor. Im Gegensatz zu einem klassischen Gewerbegebiet ist in einem „urbanen Gebiet“ jedoch nur Gewerbe zulässig, das die Anwohner, der dann im Industriehof neu entstehenden Wohnungen und Häuser, nicht stört.
„Der Industriehof Speyer ist ein gutes Beispiel dafür wie lokale Unternehmen ihre Umgebung positiv gestalten. Aus einer Industriebrache haben sie ein vielseitiges und vitales Gewerbegebiet geschaffen, das rund 150 Betrieben eine Heimat bietet. Dieses Erfolgsmodell sollte unterstützt werden“, sagt Gatterer.
Sollte die Ausweisung zum „urbanen Gebiet“ erfolgen, wären nicht die Menschen aus dem Umland die Nutznießer der neu entstehenden Wohnungen, befürchtet die BdS Vorsitzende. „Ich gehe davon aus, dass dort teure Wohnungen und Häuser entstehen würden, die sich kaum jemand aus Speyer oder der Umgebung leisten kann. Und klar ist auch: wenn jemand von außerhalb im Industriehof eine solche Wohnung für viel Geld kauft, dann ist der Ärger mit den ansässigen Betrieben vorprogrammiert“, so Gatterer.
Als Kompromiss schlägt der BdS vor zu prüfen, ob nicht ein kleiner Teil als „urbanes Gebiet“ ausgewiesen werden und der größere Teil weiterhin ein Gewerbegebiet bleiben könnte. Man dürfe nicht vergessen, dass die lokalen Unternehmen durch Ihre Gewerbesteuer einen wichtigen Beitrag zum Haushalt der Stadt Speyer leisten. „Vertreiben wir die Betriebe im Industriehof, steht wir als Stadt Speyer schlechter da“, sagt Gatterer.