Diese Seite drucken

Der BDS - Partner der Selbständigen

Politik greift BDS Forderung auf – Wiedereinführung der Meisterplicht wird diskutiert


Vor mittlerweile 14 Jahren wurde die Meisterpflicht in 53 Gewerken der sogenannten Anlage B abgeschafft. Konkret bedeutete dies, dass die bis dato geltende Pflicht einen Meistertitel vorweisen zu können um sich selbständig zu machen, abgeschafft wurde. Betroffene Handwerksberufe sind unter anderem Fliesen- und Estrichleger, Parkettleger, Buchbinder und Raumausstatter. 

Nun haben sich sowohl CDU als auch SPD dafür ausgesprochen über die Wiedereinführung der Meisterpflicht in den zulassungsfreien Gewerken zu diskutieren. Der Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland e.V. fordert bereits seit vielen Jahren eine entsprechende Diskussion über die Wiedereinführung der Meisterpflicht.

Anders als vielleicht zu vermuten, war nach der Reform 2004 weder ein Gesellenbrief noch ein Meisterbrief Voraussetzung für eine Selbständigkeit. Dies führte dazu, dass in diesen Gewerken die Zahl der Neugründungen anstieg. Außerdem sind die Ausbildungszahlen massiv eingebrochen und es gibt immer wieder Berichte über die mangelnde Qualität der Arbeiten. Zusätzlich handelt es sich bei vielen Betrieben um sogenannte Kleinstunternehmen, die einen Jahresumsatz von unter 17.500 Euro erwirtschaften. Diese Unternehmen sind von der Umsatzsteuer befreit und können so ihre Leistungen günstiger anbieten als viele Wettbewerber. Mit dem freien Zugang zum Arbeitsmarkt im Jahr 2014 für Menschen aus Rumänien und Bulgarien stieg die Zahl der Betriebe im zulassungsfreien Handwerk nochmals an, die Ausbildungszahlen blieben weiterhin rückläufig.

„Für die Meisterbetriebe ist es kaum möglich mit den Wettbewerbern aus den zulassungsfreien Handwerken zu konkurrieren. Die Meisterbetriebe bilden aus und geben jungen Menschen eine berufliche Perspektive. Sie bieten ihren Mitarbeitern ein zuverlässiges Einkommen und eine sichere Existenz. Ich wünsche mir, dass die Diskussion dazu führt die Selbständigkeit im Handwerk zu stärken“, sagt Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz und Saarland e.V.