Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zeigt sich das pfälzische Handwerk im Frühjahr 2025 bemerkenswert stabil. Zwar steckt die deutsche Wirtschaft weiterhin in einer Rezession – geprägt von schwachem Wachstum, Produktionsrückgängen und handelspolitischen Spannungen – doch bewerten 76 % der befragten Betriebe ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend. Der Geschäftsklimaindex ist auf 114 Punkte gestiegen. Besonders das Bau- und das gewerbliche Handwerk berichten von einer leichten Verbesserung, während Gesundheitshandwerke und personenbezogene Dienstleister – etwa Friseure oder Fotografen – deutliche Einbußen verzeichnen. Ausschlaggebend sind hier unter anderem Belastungen durch Rückzahlungen der Corona-Soforthilfe.
Gestiegene Materialkosten setzen viele Betriebe unter Druck: 68 % berichten von Preissteigerungen, 40 % haben ihre Verkaufspreise bereits angepasst. Gleichzeitig entwickeln sich die Umsätze rückläufig – 42 % der Unternehmen verzeichnen Einbußen, besonders stark im Gesundheitsbereich. Dennoch erwarten 79 % stabile oder steigende Einnahmen in den kommenden Monaten. Die Auftragslage bleibt größtenteils stabil, mit im Schnitt elf Wochen Vorlaufzeit, im Bau sogar 14 Wochen.
Beim Personalbestand zeigt sich ein ähnliches Bild wie im Vorjahr: Zwei Drittel der Betriebe halten ihre Beschäftigtenzahl konstant, ein Viertel muss Personal abbauen – vor allem in Branchen mit hohem Fachkräftemangel.
Auch die Investitionsbereitschaft bleibt zurückhaltend: Nur 10 % planen höhere Ausgaben, während 42 % Investitionen aufschieben.
Insgesamt blicken die Betriebe mit verhaltenem Optimismus nach vorn: 88 % rechnen mit einer stabilen oder besseren Geschäftslage. Damit sich dieser Trend wirtschaftlich niederschlägt, sind politische Impulse notwendig – etwa Bürokratieabbau, gezielte Fachkräftesicherung, bessere Unterstützung bei Betriebsübergaben und eine neue Digitalisierungsförderung. Die Vorhaben der neuen Bundesregierung könnten hier wichtige Impulse setzen – vorausgesetzt, sie werden konsequent und praxisnah umgesetzt.
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Quelle: Handwerkskammer der Pfalz