Zu der Debatte  um „Lifestyle-Teilzeit“ mahnt Liliana Gatterer, Präsidentin von Wir Unternehmen. Hauptstadtbüro zu mehr Sachlichkeit:

„Der Mittelstand steht wirtschaftlich massiv unter Druck. Entscheidend ist, wie wir den berechtigten Wunsch vieler Menschen nach Teilzeit mit der ebenso berechtigten Notwendigkeit funktionierender Unternehmen in Einklang bringen.“

Für Gatterer gehört dazu ausdrücklich der Respekt vor beiden Freiheitsrechten:

„Menschen sollen ihren Lebensentwurf frei gestalten können, dazu zählt auch der Wunsch nach Teilzeit. Gleichzeitig ist die unternehmerische Freiheit, Arbeitszeitmodelle verantwortbar zu planen, genauso schützenswert. Gute Politik darf diese Interessen nicht gegeneinander ausspielen, sondern muss einen fairen Ausgleich organisieren.“

Andreas Keck, Generalsekretär von Wir Unternehmen. Hauptstadtbüro, ergänzt:

„Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit anderer unverhältnismäßig eingeschränkt wird – das gilt auch im Arbeitsleben. Ein Rechtsanspruch auf Teilzeit darf nicht so ausgestaltet werden, dass Betriebe faktisch gezwungen sind, jede Stelle in Teilzeit abzubilden, egal ob das organisatorisch oder wirtschaftlich darstellbar ist.“

Keck betont, dass es legitim bleiben muss, Teilzeit auch abzulehnen:

„Teilzeit ist wichtig für Vereinbarkeit, Pflege, Weiterbildung und Gesundheit – darüber muss niemand streiten. Aber es ist ebenso ehrlich zu sagen: Es gibt Funktionen und Situationen, in denen Teilzeit ein kleines Team überfordert oder den Betrieb gefährdet. Ein begründetes Nein zur Teilzeit ist kein Sozialskandal, sondern Ausdruck unternehmerischer Verantwortung gegenüber Belegschaft, Kunden und Unternehmen.“

Aus Sicht des Hauptstadtbüros braucht es deshalb klare Leitplanken:

• Arbeitszeitmodelle sind Teil der Vertragsfreiheit und müssen als solche respektiert werden.

• Rechtsansprüche auf Teilzeit und Brückenteilzeit sollten eng an betriebliche Zumutbarkeit geknüpft werden, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen.

• Statt weiterer symbolischer Zuspitzungen sind praxisnahe Lösungen gefragt – etwa die Entbürokratisierung flexibler Modelle und klare Kriterien, wann ein Teilzeitwunsch aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden kann.

Das Wir Unternehmen. Hauptstadtbüro ist die gemeinsame politische Plattform des Bund der Selbständigen Deutschland (BDS), seiner Landesverbände sowie Mitgliedsorganisationen wie German Mittelstand e.V. und mib – Mittelstand in Bayern. Ziel ist es, die Interessen von Unternehmen, Selbständigen und mittelständischen Betrieben gebündelt im politischen Berlin zu vertreten.

Die Plattform verbindet ehrenamtliches Engagement mit professioneller politischer Arbeit und bringt Positionen aus der unternehmerischen Praxis faktenbasiert und dialogorientiert in politische Entscheidungsprozesse ein.

Über seine angeschlossenen Strukturen repräsentiert das Wir Unternehmen. Hauptstadtbüro die Interessen von weit über 10.000 Unternehmen auf Bundesebene.