Am 9. Juni fand im Veranstaltungshaus „Wormser“ die Erbrechtsveranstaltung „Vermögen sichern. Familie entlasten. Zukunft gestalten“ der Stadt Worms Beteiligungs-GmbH statt, die sich an Unternehmer, Immobilienbesitzer und Familien mit komplexeren Vermögensstrukturen richtete. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praxisnahe Fragen rund um Nachfolgeplanung, Vermögensübertragung und die Vermeidung familiärer Konflikte im Erbfall. Der BDS war mit einem Stand vor Ort.

Zu Beginn wurde deutlich, dass viele Menschen zentrale Entscheidungen zur Vermögensnachfolge über Jahre hinweg aufschieben – häufig nicht aus Nachlässigkeit, sondern aufgrund der emotionalen und familiären Tragweite. Besonders bei Unternehmern zeigt sich dieses Spannungsfeld deutlich: Während im Tagesgeschäft Vermögen aufgebaut, investiert und verwaltet wird, bleiben Fragen der langfristigen Absicherung und Übergabe oft ungeklärt.

Die Referenten Klaus Karlin, Fachanwalt für Erbrecht, sowie Prof. Dr. Patrick Sinewe, Professor für Steuerrecht und Steuerberater, beleuchteten im Rahmen der Veranstaltung sowohl rechtliche als auch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei wurde insbesondere auf die Bedeutung einer frühzeitigen und klar strukturierten Nachfolgeplanung hingewiesen, um spätere Erbengemeinschaften, Liquiditätsengpässe oder vermeidbare Steuerbelastungen zu verhindern.

Ein Schwerpunkt lag auf den Risiken klassischer Standardlösungen wie dem Berliner Testament, das in bestimmten Konstellationen zu steuerlichen Nachteilen führen kann. Demgegenüber wurden alternative Gestaltungsmodelle vorgestellt, die eine gezielte Nutzung von Freibeträgen ermöglichen und somit zu einer effizienteren Vermögensübertragung beitragen können.

Auch spezielle Gestaltungsansätze wie die sogenannte „Ehegattenschaukel“ im Zusammenhang mit Immobilienvermögen wurden erläutert. Diese stellt eine legale Möglichkeit dar, Immobilien innerhalb der Ehe steuerlich optimiert zu übertragen und so langfristig Vermögensstrukturen zu stabilisieren.

Neben den steuerlichen und rechtlichen Aspekten wurde besonders die emotionale Dimension der Nachfolgeplanung hervorgehoben. Fehlende Klarheit über den letzten Willen führt in vielen Familien nicht selten zu Konflikten, die vermeidbar gewesen wären. Transparente Regelungen und frühzeitige Kommunikation wurden daher als zentrale Faktoren für den Erhalt des Familienfriedens betont.

Die Veranstaltung zeigte insgesamt deutlich, dass eine vorausschauende Nachfolgeplanung nicht nur steuerliche Vorteile bietet, sondern vor allem zur Stabilität familiärer und unternehmerischer Strukturen beiträgt.

 

Quelle: Stadt Worms Beteiligungs-GmbH

Bildquellen: BDS

Bild 1, v. l.: Klaus Karlin (Fachanwalt für Erbrecht), Prof. Dr. Patrick Sinewe (Professor für Steuerrecht und Steuerberater)

Bild 2, v. l.: Sven Eck (Stadt Worms Beteiligungs-GmbH)

Bild 3, v. l.: Alexander Gehres (Presse- und Kommunikation BDS Rheinland-Pfalz & Saarland e.V.), Ralf Bastian (Vorstand BDS Rheinland-Pfalz & Saarland e.V.)