Für viele selbständige Frauen ist eine Schwangerschaft noch immer mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. Anders als Arbeitnehmerinnen haben Unternehmerinnen keinen gesetzlich abgesicherten Mutterschutz und keinen verlässlichen Einkommensersatz. Fällt die Unternehmerin aus, können Aufträge, Umsatz und im schlimmsten Fall die wirtschaftliche Existenz des Betriebs gefährdet sein.
Das ist nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch der Wirtschafts- und Mittelstandspolitik. Wer mehr Frauen für die Selbständigkeit gewinnen und bestehende Unternehmen – insbesondere im Mittelstand und Handwerk – für die nächste Generation sichern will, muss Familiengründung und unternehmerische Verantwortung besser miteinander vereinbar machen.
Ein verlässlicher Mutterschutz für Selbständige schafft Planungssicherheit, stärkt weibliches Unternehmertum und kann dazu beitragen, Betriebe, Arbeitsplätze und Fachkräfte zu sichern. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und der anstehenden Unternehmensnachfolgen darf die Familiengründung nicht zum wirtschaftlichen Risiko werden.
„Der Zukunftsgipfel am 6. Oktober in Berlin hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, das Thema Mutterschutz für Selbständige stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen. Auch der Bund der Selbständigen Deutschland e.V. unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich. Wir dürfen hier keine Chancen vertun, sondern müssen dafür sorgen, dass selbständige Frauen und Mütter die gleichen Möglichkeiten und verlässliche Rahmenbedingungen erhalten, die sie für ihre berufliche und familiäre Zukunft brauchen. Davon profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern auch unser Mittelstand und unsere gesamte Wirtschaft“, so Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Deutschland e.V.
Quelle: Bündnis Mutterschutz für Selbstständige
Foto: Bündnis Mutterschutz für Selbstständige