Die Unternehmensnachfolge wird für den deutschen Mittelstand zunehmend zur Herausforderung. Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer erreichen das Rentenalter, gleichzeitig fehlt es an geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Nach Berechnungen der KfW könnten bis 2029 jährlich rund 114.000 mittelständische Unternehmen schließen.
Die Folgen wären erheblich: Nicht nur Arbeitsplätze und Unternehmen gingen verloren, sondern auch Investitionen, Know-how und regionale Wertschöpfung. Besonders problematisch ist, dass eine ungeklärte Nachfolge bereits Jahre vor einer möglichen Übergabe die Investitionsbereitschaft eines Unternehmens bremst.
Eine zentrale Ursache ist die demografische Entwicklung. Die Zahl potenzieller Nachfolgerinnen und Nachfolger sinkt, während zugleich weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Dabei kann gerade die Übernahme eines bestehenden Unternehmens eine attraktive Alternative zur Neugründung sein. Viele etablierte Betriebe verfügen über Kundenstämme, qualifizierte Beschäftigte und gewachsene Strukturen – und bieten dennoch erheblichen Raum für neue Ideen und Weiterentwicklung.
„Natürlich gibt es auch Unternehmer, die sich bereits zur Ruhe gesetzt haben und dann doch noch einmal operativ einsteigen. Bestes Beispiel hierfür ist Hans-Peter Wild von Capri-Sun, der mit 85 Jahren den Ruhestand an den Nagel gehängt hat. Doch ist das die Lösung? Wohl kaum. Es zeigt vielmehr, dass Nachfolgeregelungen nicht greifen oder teilweise gar nicht vorhanden sind“, so Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz & Saarland e.V.
Auch die Politik ist gefordert. Unternehmensnachfolgen dürfen nicht durch unnötige Bürokratie zusätzlich erschwert werden. Weniger Berichtspflichten, gebündelte Verfahren und zentrale Anlaufstellen könnten Übergaben deutlich erleichtern. Gleichzeitig müssen potenzielle Nachfolger besser mit übergabewilligen Unternehmen zusammengebracht werden.
Für den BDS ist klar: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge bedeutet, Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung zu sichern. Wer den Mittelstand stärken will, muss deshalb auch die Rahmenbedingungen für Unternehmensübergaben verbessern – mit weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und einer stärkeren Wertschätzung des Unternehmertums.
Quelle: DUP Magazin, Markt und Mittelstand
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